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My City Guide Stadtführungen – Ihr Tourguide für Linz!

4 Mal verschwundes Linz, Teil 1

Das war dann mal weg!

Eine Stadt ist ein lebender Organismus und immer in Veränderung.
Linz hat sich im Laufe der Jahre stetig verändert. Im Moment sind es die Hochhäuser, die beginnen das Stadtbild stark zu prägen. 

Manche erinnern sich vielleicht noch? 

2003 wurden die zwei Wohnhausblöcke des Harter Plateau gesprengt. Das war vielleicht ein Spektakel, richtige Volksfeststimmung. Was jetzt noch vielen in Erinnerung ist, ist morgen schon gedanklich begraben. Deshalb bin ich froh, einen Beitrag gegen das Vergessen zu leisten.

Auf Instagram habe ich vor Kurzem gefragt, welchen Blogbeitrag ich als nächstes schreiben soll. Das Thema „Verschwundenes Linz“ hat gewonnen. Voilà – hier ist er.

Viel Spaß beim Entdecken!

Angela

4 Mal verschwundenes Linz , Teil 1

Salon im Volksgarten

Drei Generation

1828 war der Linzer Volksgarten noch ein eingezäuntes Gelände, welches nur gegen Eintrittsgebühr betreten werden durfte. Er wuchs den LinzerInnen aber schnell ans Herz und war anfangs ein Volksfestgelände, dann Kaffeehaus.  

Der zweite Weltkrieg brachte jedoch eine schwerwiegende Wendung für den Garten.  Bei einem Bombenangriff wurde der im Volksgarten befindliche Salon schwer beschädigt. Die Nähe zum Bahnhof war sein Verhängnis. 

Der Volksgarten Salon war ein sehr beliebter Veranstaltungsort. Er war bereits das dritte Gebäude dieser Art und wurde 1902/03 pompöser als seine Vorgänger (1828, 1869) erbaut. 

In den 50er Jahren war Schluss: Der Salon wurde abgerissen.
In Folge wurde die Milchhalle am Blumauerplatz errichtet. Auch sie ist mittlerweile Geschichte und fiel 2010 der Abrissbirne zum Opfer. Hier befindet sich heute der Vorplatz vom Musiktheater. 

MCG Volksgarten Salon

Die drei Generationen des Salons

Bildquelle: Postkarte zur Verfügung gestellt 
vom Verein „Geschichte teilen“

MCG - Verschwundenes Linz

Top gekleidetes Paar vor der Milchhalle in den 50/60er Jahren

Bildquelle: Flohmarktfund / Angela Stritzinger

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Hatschek Villa

Kein Happy-End

Einst stand eine wunderschöne Villa auf einem Berg. Sie wurde von einem erfolgreichen Geschäftsmann und seiner Frau bewohnt. Rundherum gab es viel Grund und deshalb schenkte der Industrielle diese Fläche der Stadt, um einen schönen Park anlegen zu lassen. 

1911-15 wurde am Bauernberg ein riesiger Jugendstilpark angelegt. Die Villa selbst entstand Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Gönner hieß Ludwig Hatschek, seine Frau Rosa. Bekannt wurde die Familie durch die Marke Eternit.

1949 erfolgte die Umgestaltung des Parks. Der Geist der 50er Jahre löste den Jugendstil im Park ab. 

1972 wurde die wundervolle Jugendstil-Villa (siehe Foto) abgerissen. Heute steht an dieser Stelle die Landwirtschaftskammer, die beim besten Willen kein architektonisches Highlight ist. Teile des Gartens der Villa sind noch erhalten. Fast verloren wirken heute die Statuen und der Teich im Schatten des 70er Jahre Bauklotzes. 

MCG Verschwundenes Linz

Bildquelle: Postkarte zur Verfügung gestellt vom Verein „Geschichte teilen“

Der Verein „Geschichte teilen“ digitalisiert und rettet alte Fotos und Postkarten aus Linz.
Auf der Facebook-Seite des Vereins kann man noch mehr Fotos wie hier bewundern. 

Weihnachtsgeschenk gesucht?
Ein Kalender für 2022 mit Linzer Fotoraritäten ist per Mail unter fotoarchiv@geschichteteilen.at 
in zwei Größen bestellbar. 

Stadtführung gefällig?

St. Peter/Zizlau

Wirtshäuser, Bauernhöfe und Boote

Die Voest Alpine ist vielen ein Begriff. Als international agierendes Unternehmen ist sie Produzent von hochwertigen Stahl und ein begehrter Arbeitgeber in Linz. Mit 48.700 Mitarbeitern weltweit auch sehr erfolgreich. 

Die Entstehungsgeschichte ist leider keine rühmliche. 1938, kurz nach dem Anschluss, wurde mit dem Bau des Stahlwerks begonnen. Allerdings nicht auf der sprichwörtlichen grünen Wiese, sondern in einem Gebiet, das bereits besiedelt war. 

St. Peter und das angrenzende Zizlau waren nette idyllische Dörfer. Bei den Linzern waren die Orte als Naherholungsgebiet wohlbekannt. Es gab Bauernhöfe, gute Wirtshäuser und man konnte in den Traunauen mit dem Boot die Gegend erkunden. 

Mai 1938: Alles musste weichen. 4.500 Bewohner! Es gab Entschädigungszahlungen, aber der Verlust blieb. Selbst die Toten am Friedhof wurden nach Kleinmünchen (Stadtteil in Linz) umgebettet. St. Peter/Zizlau verschwand.  

MCG Verschwundenes Linz

Bildquelle: Postkarte zur Verfügung gestellt vom Verein „Geschichte teilen“

Tabakfabrik

aus der jüngeren Vergangenheit

Im Einleitungstext habe ich bereits vom Hochhaus-Boom in Linz geschrieben.
Ein Stück verschwundenes Linz der jüngeren Vergangenheit folgt nun:

Ein Teil der Tabakfabrik wurde im Frühling 2021 abgerissen und damit auch eine Fülle an bunten Murals. Ein „Mural“ ist nichts anderes als ein großformatiges Wandbild. Ein Begriff aus der „Streetart-Szene“. 

Ich bin kurz davor nochmal schnell mit dem Rad hingefahren, um möglichst viel zu fotografieren. 

Gebaut wird dort aktuell der Quadrill Tower.
Ein Hochhausriese – mit einer Höhe von 109 m.
Baubeginn 2021, geplantes Ende 2025. 

MCG Tabakfabrik
MCG Tabakfabrik
MCG Tabakfabrik
MCG Tabakfabrik

Bildquelle: copyright Angela Stritzinger

Sie suchen ein besonderes Geschenk? Wie wäre es mit einem Gutschein! 

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Angela

Mein Name ist Angela Stritzinger und ich bin Fremdenführerin in Linz und auch geprüfter Austria Guide. My City Guide ist mein persönliches Herzensprojekt. Mein Angebot sind Stadtführungen und Thementouren in Linz. Alle Touren sind auch hundefreundlich.

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Thomas Hawlik

    Ist da einmal ein Fotobuch über verschwundenes Linz geplant? Beste Grüße Thomas Hawlik

    1. Angela

      Eine sehr gute Frage. Vielleicht wird das mal ein Projekt für die Zukunft. Aktuell habe ich zwar weitere Teile über das „Verschwundene Linz“ geplant, aber immer nur im Zuge meiner Blogbeiträge. Es freut mich aber total, dass ich diese Frage gestellt bekomme und fühle mich dadurch wirklich inspiriert – Danke!

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